Wissen macht e! Ein paar Marketing Insights

Was wisst ihr schon?

Wir sammeln hier mal ein paar Marketing Insights. Wenn ihr ein bestimmtes Thema sucht und Informationen braucht, schickt eine Email an c.hoessel[at]edelwerke.org und schreibt es mir. Ich nehme es auf und verfasse einen Beitrag dazu!

Corporate Identity

Was glaubt ihr eigentlich, wer ihr seid?

Ist kein Scherz. Wisst ihr, wer ihr seid? Das ist jetzt gar nicht so philosophisch gemeint. Hier geht es um eure Identität als Marke: Welche Eigenschaften prägen aus eurer Perspektive euer Unternehmen?

Seid ihr ein bodenständiges Familienunternehmen, das mit der Herkunftsregion verwachsen ist, oder seid ihr ein innovatives Start-up und betreut eure Kunden landauf, landab oder was ganz anderes? Wie helft ihr euren Kunden? Was schätzen eure Mitarbeiter an euch?

Was für einen Unterschied das macht? Die Unternehmensidentität ist die Basis einer jeden Markenstrategie. Denn Geschichten und kreative Kampagnen entstehen erst, wenn die Backstory da ist, wenn ihr eure Wurzeln, eure Werte und eure strategische Positionierung definiert habt. Das ist dann ausschlaggebend für euer Brand Design, eure Tonalität, dafür, welche Marketingkanäle ihr bespielt, und vieles mehr. Außerdem zeigt ihr damit, was euch von euren Mitstreitern unterscheidet und was euch besonders macht.

Und wie kriegt ihr jetzt Kunden dazu, euch das Ganze auch abzukaufen? Indem ihr eure Identität und eure Werte konsequent kommuniziert und eure gesamte Marketingstrategie darauf aufbaut. Aber das ist eine Frage für ein anderes Mal.

Wie man der Unternehmensidentität auf die Schliche kommt? Zum Beispiel bei einem Identity Day, einem Workshop, der gezielt hilft, euer „Wir“ herauszufinden.

Whitepaper

Hard Facts für neue Kunden

Was haltet ihr davon, mit trockenen Daten, harten Fakten und nüchternen Zahlen neue Kunden zu gewinnen? Erst mal nichts? Genau damit punktet aber ein Whitepaper.

Das hat erst mal nichts mit weißen Zetteln zu tun. Whitepapers kommen ursprünglich aus der Politik und bezeichnen Regierungspapiere, sind aber mittlerweile auch bei Unternehmen sehr beliebt. Hier ist ein Whitepaper ein kostenfreier, nützlicher Download, der eine fachliche Antwort auf ein Problem gibt. Ein Whitepaper verzichtet aber auf klassische Verkaufsrhetorik und setzt eher auf Wissen. Quasi Werbung, aber mit Fakten. Das kann dann ein kurzer Bericht, Fachartikel oder Leitfaden zu einem komplexen Thema aus eurem Unternehmen oder eurer Branche sein. Der Sachverhalt wird prägnant auf den Punkt gebracht und mit anschaulichen Grafiken und Bildern ergänzt und aufgepeppt.

Das ist für euch als Unternehmen die Chance, eure Kompetenzen zu präsentieren und euch als Experte eurer Branche zu positionieren. Der kleine Clou dabei ist, dass interessierte User für den Download des PDF ihre E-Mail-Adresse hinterlassen müssen. So habt ihr direkt wertvolle Leads für euer Marketing und euren Vertrieb.

Influencer Marketing

Megafon mit Emotion

Ihr wollt euch eine neue Zielgruppe erschließen? Wie wär’s, mal eine Kampagne mit Influencern zu machen?

Noch nie gehört? Na, dann wird’s Zeit. Influencer sind einflussreiche Personen – also einflussreich in dem Sinne, dass sie eine große Reichweite auf Social Media haben und dort eure Produkte oder Dienstleistungen bei ihren Followern bewerben. Im Grunde also eine Form des Social- Media-Marketings. Das Ganze funktioniert dann auf der Grundlage des Vertrauens, dass die Follower in die Influencer haben. Die Influencer lassen ihre Follower an ihrem Leben teilhaben und bauen so emotionale Nähe auf und stärken das Vertrauen in ihre Empfehlungen.

So sind Influencer dann in der Lage, eurer Marke Gehör zu verschaffen und das Kaufverhalten ihrer Zielgruppe zu beeinflussen. Das ist dann quasi wie Empfehlungsmarketing, nur digitaler, sozialer und größer. Die Influencer werden zu Multiplikatoren eurer Message und Megafon für eure Marke.

Kreativitätstechniken

Ideen muss man haben

Manchmal werden wir nach unseren Konzeptpräsentationen gefragt, wie wir denn auf sowas gekommensind. Nunja. Unsere Ideen kommen auch mal in der Dusche, aber so ganz können wir uns auf diese Technik nicht verlassen. Deshalb gehen wir da etwas nach Plan vor. Es gibt nämlich so einige Tools, mit denen wir unserer Ideenfabrik ein wenig auf die Sprünge helfen.

Wichtig: Den Kritiker erst mal ins Abseits stellen, der kommt früh genug wieder ins Spiel.

Als Erstes: Brainstorming, die bekannteste Technik. Hier nutzen wir die Macht der Gruppendynamik – wenn der Gedankenfaden bei jemandem zu Ende ist, kann er vom nächsten weitergesponnen werden. Mit sehr hohem Spaßfaktor!

Attribute Listing: Hier erstellen wir eine Attributliste, d.h., wir sammeln alle Attribute, die das Unternehmen beschreiben und ausmachen und erwägen, welche positiven, aber auch kritischen Auswirkungen diese Eigenschaften für den Kunden haben können.

Denken in Bildern: vielleicht die Königsdisziplin. Wir nehmen alle unsere gebrainstormten Attribute und Assoziationen und suchen dafür konkrete Bilder. Ein Vermittler von neuen Ideen? Der Botschafter. Dienstleistung Lieferservice? Der Götterbote Hermes. So werden mit nur einzelnen Bildern ganze Welten und Assoziationsketten eröffnet.

Corporate Language

Wie redest du denn mit mir?

Wer verkaufen will, der muss erst einmal gehört werden. Der richtige Ton macht da den Unterschied. Aber welche Töne müsst ihr spielen, um von euren Kunden auch wahrgenommen zu werden?

Die Frage beantwortet ihr mit eurer Tonalität. Corporate Language ist euer Unternehmenssound, die sprachlich-atmosphärische Verpackung eurer Inhalte. Sie soll ein Gefühl für das Unternehmen verkörpern und beim Lesen Lust auf mehr machen. Um das zu erreichen, müsst ihr euch überlegen, in welchem Ton ihr eure Kunden ansprecht.
Das hat ganz viel damit zu tun, wer ihr seid, wer eure Kunden sind und welche Beziehung ihr zu ihnen pflegt. Um eine eigene Tonalität zu erarbeiten, müssen erst einige Dinge festgelegt werden.

Erstens: eure Identität. Wer seid ihr und was sind eure Werte? Wo befindet ihr euch auf der Skala von locker bis seriös, emotional bis rational, aufregend bis sicher, pittoresk bis nüchtern und bildlich bis glasklar?

Zweitens: eure Zielgruppe. Wen wollt ihr überhaupt ansprechen? Sind das Novizen oder Experten im Thema? Älter oder jünger? Idealerweise habt ihr vorher eine Zielgruppenanalyse durchgeführt.

Ebenfalls wichtig ist eure Branche. Wie spricht eure Branche? Und ist es strategisch sinnvoll, die sprachlichen Konventionen der Branche zu übernehmen, weil diese am besten bei den Kunden ankommen, oder gezielt mit ihnen zu brechen, um herauszustechen und den Kunden im Gedächtnis zu bleiben. Die Antworten auf diese Fragen geben Hinweise auf die Tonalität.

Aber auch: Sollen Kunden geduzt oder gesiezt werden? Welche sprachlichen Stilmittel unterstützen die charakterlichen Dimensionen eurer Unternehmensidentität? Und zuletzt auch: Wie soll die Tonalität auf verschiedenen Kanälen ausgespielt werden? Welchen medialen Gepflogenheiten wollt ihr folgen und welche uminterpretieren?

Tonalität gefunden? Dann muss sie nur noch in einem Corporate Manual dokumentiert werden, damit man sie im Alltag stets abgleichen kann und die Unternehmenssprache nicht verwässert.

Naming

Euer Name soll was heißen

Ein Unternehmen will beim Namen genannt werden. Aber wie findet man eigentlich den richtigen Namen für ein Unternehmen, der dann auch wirklich passt?

Eine Namensfindung geht nicht einfach nach Bauchgefühl, sondern sie muss Hand und Fuß haben, um Emotionen zu evozieren und im Gedächtnis zu bleiben. Dahinter steckt ein Prozess.

Bevor es dann ans Eingemachte geht, muss der Markt analysiert und ein Gefühl für die Namen in der eigenen Branche entwickelt werden. Branchenübliche Konventionen geben Hinweise, welche Art von Namen gut funktionieren könnte. Noch wichtiger als die Branche ist aber die individuelle Unternehmensidentität – welche Merkmale zeichnen das Unternehmen aus, was macht es besonders? Auf dieser Basis baut dann die konkrete Namensfindung auf. Jetzt wird durch Brainstorming eine Liste möglicher Namen zusammengetragen.

Welche Attribute stechen bei dem Unternehmen hervor? Welche Bilder lassen sich mit einzelnen Merkmalen assoziieren? Welche Gefühle verbindet man mit der Unternehmensidentität? Solche Fragen sind Anhaltspunkte.

Dann geht es an die Auswahl. Ist der Name vom Klang harmonisch und phonetisch leicht auszusprechen? Weckt der Name im Deutschen oder auch in anderen Sprachen keine negativen Assoziationen? Ist der Name zeitlos und nicht an aktuelle Trends gebunden?

Ist der Name rechtlich bombensicher und wird in der Branche nicht verwendet? Ist das der Fall, steht dem neuen Namen nichts mehr im Weg.